Elf Pollenkörner pro Kubikmeter Luft — das genügt, um bei sensibilisierten Personen heftige allergische Reaktionen auszulösen. Zum Vergleich: Bei Gräsern liegt dieser Schwellenwert bei 50. Die Beifussblättrige Ambrosia ist damit eine der aggressivsten Allergenpflanzen Europas und zugleich ein hochgradig invasiver Neophyt. Sie steht auf Anhang 2.1 der FrSV und unterliegt einem vollständigen Umgangsverbot. Als einzige der zwölf Problemarten besteht für Ambrosia eine national geregelte Bekämpfungspflicht — schweizweit, für alle Grundeigentümer.
Ambrosia artemisiifolia gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und stammt aus dem östlichen Nordamerika. Die einjährige Pflanze wird 20–150 cm hoch. Der Stängel ist meist rötlich und behaart, stark verzweigt. Die Blätter sind beidseitig grün, doppelt fiederteilig und ähneln dem Beifuss — was zu Verwechslungen führen kann. Blütezeit: August bis Oktober. Die Samen gelangen über Vogelfutter, Baumaterial, Erdtransporte und Fahrzeuge in neue Gebiete — der Mensch ist der wichtigste Ausbreitungsvektor.
In der Schweiz ist die Ambrosia vor allem im Kanton Genf, im westlichen Waadtland und im Tessin auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, in Kiesgruben und entlang von Verkehrswegen präsent. MeteoSchweiz beobachtet seit Jahren steigende Pollenkonzentrationen in diesen Regionen. Verunreinigtes Vogelfutter gilt als eine der grössten Eintragsquellen. Die Klimaerwärmung begünstigt die weitere Ausbreitung in nördlichere und höhere Lagen erheblich.
Die Pollen der Ambrosia sind ausserordentlich klein und leicht und lösen bereits in geringsten Konzentrationen Heuschnupfen, Bindehautentzündungen und Asthma aus. Der späte Blütezeitpunkt im August und September verlängert die Pollensaison um bis zu zwei Monate — eine erhebliche Zusatzbelastung für Allergiker. Ökologisch verdrängt sie auf Brachflächen einheimische Ruderalvegetation. In Landwirtschaftsgebieten Osteuropas, wo sie seit Jahrzehnten etabliert ist, belaufen sich die volkswirtschaftlichen Kosten auf hunderte Millionen Euro jährlich.
Ambrosia unterliegt in der Schweiz einer national geregelten Melde- und Bekämpfungspflicht — als einzige der zwölf Problemarten gilt dies für alle Grundeigentümer schweizweit. Funde müssen der zuständigen kantonalen Stelle gemeldet werden. Beste Bekämpfungsmethode: Pflanzen vor der Blüte (vor August) mit Handschuhen ausreissen. Bei blühenden Pflanzen Atemschutz tragen. Pflanzenmaterial in den Kehricht, nicht in den Kompost. Verunreinigtes Vogelfutter ist eine Haupteintragsquelle.
Die Wegwarte mit ihren strahlend blauen Blüten ist eine typische Pflanze sonniger Wegränder und Böschungen. Sie öffnet ihre Blüten nur am Vormittag und bietet Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen reichlich Nektar und Pollen. Als heimische Wildpflanze ist sie ein wichtiger Bestandteil artenreicher Säume und trägt wesentlich zur Förderung der Biodiversität im Kulturland bei.
Die Wiesen-Flockenblume ist mit ihren purpurvioletten Blüten eine charakteristische Art artenreicher Wiesen. Ihre lange Blütezeit von Juni bis September macht sie zu einer unverzichtbaren Nahrungsquelle für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Insekten. Auch Vögel profitieren von ihren Samen. Durch ihren ökologischen Wert trägt sie entscheidend zur Förderung der Biodiversität bei.


