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Neozoen: Fremde Tiere, wachsende Probleme


Viele Tierarten begeistern uns in Zoos, Aquarien oder als Haustiere – in der freien Natur aber können sie zum ernsthaften Problem werden. Invasive Neozoen verdrängen einheimische Arten, schädigen artenreiche Lebensräume und verursachen erhebliche Schäden in Landwirtschaft, Fischerei und an Infrastrukturen.

In der Schweiz wurden bis 2021 insgesamt 85 Tierarten als invasiv eingestuft. Sie gelangen auf verschiedenen Wegen zu uns: als entlaufene oder ausgesetzte Heimtiere, als blinde Passagiere in Warentransporten und Ballastwasser, über den internationalen Aquarienhandel oder durch gezielte, aber fehlgeleitete Ansiedlungen. Einmal etabliert, breiten sie sich unkontrolliert aus — sie konkurrieren mit einheimischen Tieren um Nahrung und Lebensraum, übertragen Krankheitserreger, gegen die einheimische Arten keinerlei Abwehrmechanismen besitzen, oder verändern ganze Ökosysteme nachhaltig. Bekannte Beispiele in der Schweiz sind die Asiatische Hornisse, die Quaggamuschel, invasive Ameisenarten, der Rote Sumpfkrebs, die Asiatische Tigermücke und der Amerikanische Ochsenfrosch.

Kaum aufzuhalten — aber nicht unkontrollierbar
Invasive Neozoen sind aus einem einfachen Grund so schwer zu stoppen: Natürliche Feinde fehlen, die Vermehrungsrate ist hoch — und wer sich einmal etabliert hat, ist kaum wieder zu verdrängen. Bekämpfung und Bestandeskontrolle sind aufwändig, kostenintensiv und oft nur begrenzt wirksam. Das gilt für Behörden ebenso wie für Landwirtschaft und Fischerei.

Die Gründe, weshalb Handeln trotzdem lohnt, sind ebenso klar: Invasive Tierarten stören Nahrungsketten und verdrängen einheimische Arten, manche übertragen Krankheiten auf Tiere und Menschen, andere beschädigen Infrastrukturen oder belasten Landwirtschaft und Fischerei mit erheblichen Kosten. Und: Früherkennung und Prävention sind in jedem Fall günstiger als eine nachträgliche Bekämpfung.

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Der rechtliche Rahmen ist über die revidierte Freisetzungsverordnung (FrSV, in Kraft seit September 2024) geregelt: Sie legt fest, welche Arten nicht gehalten, transportiert oder in die Umwelt entlassen werden dürfen, und verpflichtet Handel und Importeure zu verstärkter Sorgfalt und Selbstkontrolle.

Strategie und Handlungsbedarf
Vorbeugen ist auch bei Neozoen wirkungsvoller als Bekämpfen. Wer auf exotische Heimtiere verzichtet oder diese niemals in der Natur aussetzt, leistet einen direkten Beitrag. Ebenso wichtig: Boote, Tauchausrüstung und Angelzubehör beim Wechsel zwischen Gewässern gründlich reinigen — so lässt sich die Verbreitung von Arten wie der Quaggamuschel wirksam verlangsamen. neobiotasuisse.ch hat Dossiers zu den wichtigsten Neozoen zusammengestellt — mit Bestimmungshilfen, Schadensbildern und konkreten Massnahmen. Mit Aufmerksamkeit und Verantwortung lässt sich viel erreichen: beim Umgang mit Heimtieren, beim Angeln und Tauchen, oder gemeinsam mit Nachbarn, Naturschutzorganisationen und Gemeinden.
 

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