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Grosse Drüsenameise
Tapinoma magnum

Winzig, schwarz und nahezu unaufhaltsam: Die Tapinoma-Ameise ist eine der jüngsten und zugleich hartnäckigsten invasiven Arten in der Schweiz. Ab 2012 eingeschleppt — vermutlich mit Zierpflanzenimporten aus dem Mittelmeerraum — hat sie sich seither in mehreren Kantonen etabliert und bereitet Behörden, Gärtnereien und Liegenschaftseigentümern grosse Probleme. Was diese Art besonders schwer beherrschbar macht: Sie bildet unterirdische Superkolonien mit mehreren hundert Königinnen, ist frostresistent, pestizidtolerant — und kaum von einheimischen Ameisen zu unterscheiden.

Tapinoma magnum gehört zum sogenannten Tapinoma nigerrimum-Komplex, einer Gruppe morphologisch kaum unterscheidbarer Ameisenarten aus dem Mittelmeerraum. Die Arbeiterinnen sind vollständig schwarz und 2–4 mm gross — äusserlich kaum von einheimischen Lasius-Arten zu trennen. Ein verlässliches Kennzeichen: Beim Zerdrücken verströmen sie einen charakteristischen Geruch nach ranziger Butter oder Nagellack. Im Gegensatz zu einheimischen Ameisen halten Tapinoma-Arten keinen Winterschlaf und sind selbst bei Temperaturen unter 3°C noch aktiv, da ihre tief liegenden Nester nicht einfrieren.

Die ersten gesicherten Schweizer Vorkommen wurden ab 2012 dokumentiert. Heute sind Funde aus mehreren Kantonen belegt — besonders aus Basel-Landschaft, Genf, Tessin, Zürich (Dietikon, Urdorf, Buchs) und Thurgau (Kreuzlingen). Die Ausbreitung erfolgt primär über den Pflanzenhandel: Befallene Erde in importierten Zierpflanzen und -sträuchern ist der häufigste Einschleppungsweg. Innerhalb besiedelter Gebiete verbreiten sich die Kolonien durch Bautätigkeit und Erdtransporte. Die Dunkelziffer unentdeckter Vorkommen ist hoch — viele Befälle werden erst bei massivem Auftreten erkannt.

Tapinoma magnum verursacht Schäden auf mehreren Ebenen: Ökologisch verdrängt sie einheimische Ameisenarten und beeinträchtigt damit das Bodenleben. In der Landwirtschaft und im Gartenbau ernährt sie sich von Samen, Früchten, Sämlingen und greift Pflanzenwurzeln an. Infrastrukturell ist sie für Stromausfälle bekannt — die Tiere siedeln sich in Elektroanlagen, Schaltkästen und Leitungsschächten an. Böden werden durch weitverzweigte unterirdische Gangsysteme destabilisiert. Für Menschen sind die Bisse unangenehm, selten jedoch gefährlich; allergische Reaktionen sind möglich.

Die Bekämpfung gehört ausschliesslich in Fachhand: Einmal etablierte Superkolonien sind mit herkömmlichen Mitteln kaum zu eliminieren. Gängige Insektizide zeigen oft nur begrenzte Wirkung; thermische Verfahren sind aufwendig; biologische Gegenspieler mit Nematoden der Art Steinernema feltiae gelten als vielversprechend, sind aber noch nicht flächendeckend verfügbar. Wichtigste Sofortmassnahme: Verdacht mit Fotodokumentation der zuständigen kantonalen Stelle oder einer Fachperson melden — eine sichere Artbestimmung erfordert Laboranalyse. Keine Bekämpfung ohne gesicherte Bestimmung, um einheimische Arten zu schonen.

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