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Quaggamuschel
Dreissena rostriformis bugensis

Die Quaggamuschel ist keine gewöhnliche Süsswassermuschel — sie ist eine der aggressivsten invasiven Arten, die derzeit Schweizer Gewässer verändert. Ursprünglich aus dem pontokaspischen Raum stammend, wurde sie erstmals 2014 im Bodensee nachgewiesen. Seither breitet sie sich in einem Tempo aus, das Forschende alarmiert: Modelle der Eawag und der Universität Konstanz zeigen, dass sich die Ausbreitungsmuster mit jenen in den Grossen Seen Nordamerikas decken — wo die Art bereits Ökosysteme fundamental umgestaltet hat.

 

Dreissena rostriformis bugensis gehört zur Familie der Dreissenidae und ist eng verwandt mit der Wandermuschel (Dreissena polymorpha). Die Schale ist länglich-tropfenförmig, 2–4 cm lang, hell- bis dunkelbraun mit charakteristischen Querstreifen — was ihr den Namen «Quagga» einbrachte, in Anlehnung an das gestreifte südafrikanische Zebrapferd. Im Unterschied zur Wandermuschel besiedelt sie auch weiches Sediment in der Tiefsee und pflanzt sich nahezu ganzjährig fort. Diese ökologische Flexibilität macht sie zu einem besonders konkurrenzstarken Eindringling — im Bodensee hat sie die Wandermuschel weitgehend verdrängt.

Nach dem Erstnachweis 2014 im Bodensee hat sich die Quaggamuschel rasch in weitere Schweizer Gewässer ausgebreitet: Hochrhein, Untersee, Bielersee und zunehmend weitere Seen sind besiedelt. Die Verbreitung erfolgt primär über den Schiffsverkehr — Larven überleben im Ballastwasser, und Muscheln haften an Schiffsrümpfen. Forschende gehen davon aus, dass sich die Art in bereits befallenen Seen nicht mehr eindämmen lässt. Die weitere Ausbreitung in noch nicht betroffene Gewässer hängt massgeblich davon ab, ob Präventionsmassnahmen konsequent umgesetzt werden.

Die Quaggamuschel filtert enorme Wassermengen und entzieht dem Plankton Nährstoffe — mit weitreichenden Folgen für die gesamte Nahrungskette. Einheimische Muschel- und Insektenarten werden verdrängt, die Zusammensetzung des Zooplanktons verschiebt sich grundlegend. Technisch verursacht sie erhebliches Biofouling: Sie besiedelt Kühlwasserleitungen, Pumpanlagen und Wasserinfrastrukturen und führt zu Betriebs- und Unterhaltskosten in Millionenhöhe. Für den Menschen besteht keine direkte Gesundheitsgefahr

Eine vollständige Bekämpfung in befallenen Gewässern gilt als nicht realisierbar. Der Fokus liegt daher auf der Prävention weiterer Einschleppungen: Boote müssen nach jeder Fahrt gründlich gereinigt werden — Schale, Motorraum, Bilge. Muscheln oder Pflanzenreste dürfen nicht in andere Gewässer verschleppt werden. Verdachtsmeldungen können über die App InvasivApp (Info Flora) oder direkt an die kantonalen Umweltämter erfolgen. Behörden und Wasserwerke führen regelmässige Monitorings durch, um neue Befallsherde frühzeitig zu erkennen.

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Quagga-Kolonie