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Asiatische Tigermücke
Aedes albopictus

Klein, schwarz-weiss gestreift und tagaktiv — die Asiatische Tigermücke ist unverwechselbar und zunehmend allgegenwärtig. Im Tessin ist sie längst etabliert, in der Westschweiz und der Deutschschweiz breitet sie sich weiter aus. Was sie von gewöhnlichen Stechmücken unterscheidet, ist nicht nur ihr aggressives Stechverhalten — sie ist auch eine potenzielle Überträgerin tropischer Krankheitserreger wie Dengue, Chikungunya und Zika. In der Schweiz wurden bisher keine solchen lokalen Übertragungen festgestellt. Das kann sich mit fortschreitender Klimaerwärmung und zunehmender Ausbreitung der Art ändern.

 

Aedes albopictus stammt aus den tropischen und subtropischen Regionen Südostasiens. Das Erkennungsmerkmal schlechthin ist die markante weisse Längsstreifen auf dem schwarzen Rücken sowie die schwarz-weiss gebänderten Beine — daher der Name «Tigermücke». Mit 5–10 mm Körperlänge ist sie kaum grösser als einheimische Stechmücken, aber deutlich auffälliger. Sie sticht tagsüber und mehrmals hintereinander. Zur Fortpflanzung genügen kleinste Wasseransammlungen: Blumentopfuntersetzer, Giesskannnen, verstopfte Dachrinnen oder Kinderspielzeug im Garten reichen aus.

Die Tigermücke gelangte als blinder Passagier im internationalen Waren- und Personenverkehr nach Europa und in die Schweiz. Im Tessin ist sie seit Jahren fest etabliert und überwintert erfolgreich. In der Romandie und zunehmend auch in der Deutschschweiz — etwa im Fricktal (Kanton Aargau) und in städtischen Gebieten — wurden lokale Populationen identifiziert. Die Klimaerwärmung begünstigt ihre weitere Ausbreitung in nördlichere Lagen erheblich. Drei gebietsfremde Stechmückenarten sind heute in der Schweiz nachgewiesen; Aedes albopictus ist aus medizinischer Sicht die bedeutendste.

Die Tigermücke sticht tagsüber und bevorzugt Menschen als Wirte — was sie lästiger macht als nachtaktive Arten, die man schlafend kaum bemerkt. Medizinisch relevant ist ihre Fähigkeit, Viren wie Dengue, Chikungunya und Zika zu übertragen, sofern sie vorher eine infizierte Person gestochen hat. In der Schweiz ist dieses Risiko aktuell gering, da Virusreservoire fehlen. Mit zunehmender weltweiter Reisetätigkeit und steigenden Temperaturen könnte sich dies jedoch verändern. Das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) führt im Auftrag des Bundes ein laufendes Monitoring durch.

Die wirksamste Massnahme ist die Beseitigung von Brutstätten: Stehende Wasseransammlungen rund ums Haus konsequent leeren oder abdecken. Unvermeidbare Behälter können mit dem biologischen Wirkstoff BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) behandelt werden — nützlingsschonend und hochwirksam gegen Larven. Sichtungen schwarz-weiss gestreifter Mücken bitte über muecken-schweiz.ch melden, möglichst mit Foto. Im öffentlichen Raum sind Gemeinden und Kantone für die Bekämpfung zuständig; auf privatem Grund liegt die Verantwortung bei den Grundeigentümerinnen und -eigentümern.

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