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Schmalblättriges Greiskraut
Senecio inaequidens
FrSV Anhang 2.1

Eine kleine, unscheinbare Pflanze — und doch eine der problematischsten invasiven Arten der Schweiz. Das Schmalblättrige Greiskraut steht auf Anhang 2.1 der FrSV und unterliegt damit einem vollständigen Umgangsverbot. Es enthält in allen Pflanzenteilen giftige Pyrrolizidinalkaloide, blüht nahezu das ganze Jahr und breitet sich rasant aus. Seit seinem ersten Nachweis in der Schweiz Mitte der 1990er-Jahre hat es Strassenränder, Bahnböschungen, Flachdächer, Kiesplätze und Weiden schweizweit besiedelt. Im Kanton Zürich besteht eine eigentümerverbindliche Bekämpfungspflicht.

 

 

Senecio inaequidens gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und stammt aus Südafrika und Lesotho. Die mehrjährige, krautige Pflanze erreicht 30–60 cm Höhe und bildet buschige, stark verzweigte Triebe. Die linearen Blätter sind 6–7 cm lang, nur 2–3 mm breit, ungeteilt und mit kleinen knorpeligen Zähnchen besetzt. Die gelben Blütenköpfchen erscheinen von August bis Oktober — unter günstigen Bedingungen nahezu ganzjährig. Die Pflanze gelangte vermutlich über den Wollhandel aus Südafrika nach Europa. Die giftigen Pyrrolizidinalkaloide sind in allen Pflanzenteilen enthalten, mit der höchsten Konzentration in den Blüten.

In der Schweiz ist das Schmalblättrige Greiskraut vor allem entlang von Autobahnen, Bahnlinien und anderen Verkehrswegen stark verbreitet. Zunehmend besiedelt es auch Pionierstandorte, Rebberge, Kiesgruben und extensiv bewirtschaftete Weiden. Die Ausbreitung einer Einzelpflanze nimmt exponentiell zu, da sie sich von Jahr zu Jahr stärker verzweigt. Die federleichten Samen werden durch Wind über weite Strecken transportiert — die Nähe zu Verkehrsachsen beschleunigt die Verschleppung erheblich. Heute ist die Art in der ganzen Schweiz präsent, mit Schwerpunkten im Mittelland, im Tessin und in der Westschweiz.

Die Pyrrolizidinalkaloide sind chronisch lebertoxisch: In Dürrfutter und Silage bleiben sie auch nach dem Trocknen wirksam und können bei Nutztieren — besonders Pferden und Rindern — zu schweren, oft tödlichen Leberschäden führen. Auf der Weide werden vor allem Jungpflanzen gefressen. Ökologisch verdrängt die Art einheimische Flora auf artenreichen Trockenstandorten. Für den Menschen besteht ein Risiko vor allem durch wiederholten Hautkontakt sowie über belasteten Honig, da Bienen die Blüten intensiv besuchen.

Das Greiskraut ist gegenüber Herbiziden stark resistent. Entscheidend: Samen reifen noch 2–3 Tage nach dem Ausreissen weiter — ausgezogene Pflanzen müssen sofort in Kehrichtsäcke verpackt und über Verbrennung entsorgt werden. Empfohlen wird zweimaliges Ausreissen pro Jahr (Mai und Juni) mit Kontrolle im August, wiederholt über mindestens zwei Jahre. Kompost und Grüngut sind tabu. Im Kanton Zürich besteht eine eigentümerverbindliche Bekämpfungspflicht — Gemeinden können Privatpersonen zur Bekämpfung verpflichten. Fundorte über InvasivApp melden — besonders auf Weiden und in Nähe von Tierhaltungen.

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Greiskraut_Senecio_inaequidens
Alternative 1:
Wiesen-Pippau
Crepis biennis

Der Wiesen-Pippau ist eine zweijährige Korbblütlerart, die bis 1 m hoch wird und von Mai bis Juli leuchtend gelb blüht. Er bevorzugt Wiesen und Wegränder auf nährstoffreichen Böden. Seine zahlreichen Blütenköpfchen sind wertvolle Nektar- und Pollenquellen für Insekten, insbesondere für Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Mit seiner Häufigkeit trägt der Wiesen-Pippau wesentlich zur Bestäubung und Förderung der Biodiversität in Kulturlandschaften bei.

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Wiesen-Pippau (Crepis biennis)
Alternative 2:
Gold-Pippau
Crepis aurea

Der Gold-Pippau ist eine auffällige Korbblütlerart der Berg- und Alpenwiesen. Er erreicht bis 40 cm Höhe und blüht von Juni bis August mit kräftig goldgelben Blüten. Er bevorzugt magere, extensiv genutzte Wiesen und gilt als Kennart artenreicher Lebensräume. Die Blüten bieten zahlreichen Bestäubern, besonders Wildbienen und Schmetterlingen, Nahrung. Damit trägt der Gold-Pippau entscheidend zum Erhalt der Insektenvielfalt und zur ökologischen Stabilität alpiner Wiesen bei.

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