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Buchsbaumzünsler
Cydalima perspectalis

Wer einen Buchsbaum besitzt, kennt das Bild: Kahle Äste, Gespinstfäden, abgestorbene Triebe. Der Buchsbaumzünsler hat in weniger als zwanzig Jahren die Buchsbestände Mitteleuropas grundlegend verändert — in Gärten, Parks und Wäldern gleichermassen. In der Schweiz wurde die Art 2007 erstmals nachgewiesen, nur ein Jahr nach dem ersten deutschen Fund. Seither ist sie flächendeckend präsent. Was den Zünsler so problematisch macht: Nicht der Falter richtet den Schaden an — sondern seine gefräßigen Raupen, und davon gibt es pro Jahr bis zu drei Generationen.

Cydalima perspectalis stammt aus Ostasien — Japan, China, Korea — und gelangte vermutlich mit Pflanzenimporten per Containerschiff nach Europa. Der Falter selbst ist unauffällig: weissliche Flügel mit braunem Saum, Flügelspannweite 40–45 mm. Die Raupen hingegen sind unverkennbar: gelbgrün bis dunkelgrün, mit weissen Längsstreifen, schwarzen Flecken und schwarzer Kopfkapsel, bis zu 5 cm lang. Sie nehmen beim Fressen Buchsinhaltsstoffe auf — darunter das Alkaloid Buxin — was sie für die meisten einheimischen Fressfeinde unattraktiv oder giftig macht. Genau das erklärt ihre rasante Ausbreitung.

Seit dem Erstnachweis 2007 hat sich der Buchsbaumzünsler in der ganzen Schweiz ausgebreitet und gilt heute als vollständig etabliert. Er befällt sowohl Gartenbuchs (Buxus sempervirens) als auch den im Tessin und Jura natürlich vorkommenden Wildbuchs. Die Ausbreitung erfolgt durch den Falterflug sowie durch den Handel mit befallenen Pflanzen. In Jahren mit warmen Frühjahren und Sommern können bis zu drei Generationen aufeinanderfolgen — was die Befallsdynamik erheblich beschleunigt. Die Art ist heute in allen Kantonen präsent und nicht mehr einzudämmen.

Der Buchsbaumzünsler ist auf Buchs spezialisiert — und in dieser Nische verheerend effektiv. Befallene Pflanzen verlieren zunächst ihr Laub, dann stirbt die Rinde ab, schliesslich die gesamte Pflanze. Für historische Gartenanlagen und Friedhöfe mit altem Buchsbestand ist das ein irreversibler Verlust. Ökologisch besonders heikel: In der Schweiz gibt es natürlich vorkommende Buchsvorkommen — etwa im Jura und im Tessin — die durch den Zünsler ernsthaft bedroht sind. Für Menschen und Haustiere stellt der Zünsler keine Gesundheitsgefahr dar.

Da der Buchsbaumzünsler in der Schweiz vollständig etabliert ist, zielt die Bekämpfung auf den Schutz einzelner Pflanzen. Bewährt hat sich der biologische Wirkstoff BTK (Bacillus thuringiensis var. kurstaki), der nützlingsschonend gegen junge Raupen wirkt. Regelmässige Sichtkontrollen zwischen März und Oktober ermöglichen eine frühzeitige Behandlung. Befallene Pflanzenteile müssen in den Kehricht — nicht in den Kompost. Wer auf Buchs verzichten möchte, greift auf einheimische Alternativen wie Ilex, Eibe oder Liguster zurück — diese werden vom Zünsler nicht befallen.

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