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Asiatische Hornisse
Vespa velutina nigrithorax

Die Asiatische Hornisse ist angekommen — und sie bleibt. Seit dem Erstnachweis 2017 im Jura verbreitet sie sich mit einer Dynamik, die Fachleute europaweit besorgt. Allein 2024 wurden in der Schweiz über 700 Nester auf der offiziellen Meldeplattform registriert, gegenüber 222 im Vorjahr. Ihre Bedrohung für einheimische Bienenvölker und Insekten ist real und messbar — und ihre vollständige Eindämmung gilt heute als unrealistisch. Was bleibt, ist ein koordiniertes, dauerhaftes Management.

 

Vespa velutina nigrithorax stammt aus Südostasien und wurde vermutlich um 2004 mit Warentransporten in den Südwesten Frankreichs eingeschleppt. Sie ist etwas kleiner als die einheimische Europäische Hornisse (Vespa crabro) und unterscheidet sich deutlich durch ihren fast vollständig schwarz gefärbten Thorax, den dunkel-orangen Hinterleib mit gelber Endbinde sowie die auffällig gelben Beinspitzen. Ihr Flugverhalten ist aussergewöhnlich: Sie kann in der Luft auf der Stelle verharren und rückwärts fliegen — eine Fähigkeit, die sie zur hocheffizienten Bienenjägerin macht. Sie lebt in deutlich grösseren Kolonien als ihre europäische Verwandte.

Nach dem Erstnachweis 2017 im Jura wurden ab 2019 Tiere in den Kantonen Genf, Waadt und Freiburg dokumentiert. Die Ausbreitung folgt dem in ganz Europa bekannten Muster: erst langsam entlang der Westgrenze, dann exponentiell in die Innerschweiz. 2024 meldeten die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Bern und Solothurn stark steigende Nestdichten. In den Kantonen Aargau, Zürich und St. Gallen verlief der Anstieg bislang moderater — was den Behörden etwas mehr Vorbereitungszeit verschaffte. Die Mithilfe der Imkerinnen und Imker bei der Nestsuche ist dabei ein entscheidender Faktor.

Vespa velutina jagt im Sommer und Herbst bevorzugt Honigbienen im Flug und kann geschwächte Völker vollständig vernichten. Doch die Bedrohung geht über die Imkerei hinaus: Die Art dezimiert ein breites Spektrum einheimischer Insekten — Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge — und gefährdet damit die Bestäubungsleistung ganzer Ökosysteme. Für Menschen ist sie weniger aggressiv als ihr Ruf vermuten lässt: Angriffe auf Menschen erfolgen fast ausschliesslich bei Nestannäherungen. Dennoch gilt: nie näher als fünf Meter an ein Nest herantreten.

Vorab sei ein häufig gemachter Irrtum klargestellt: Es gibt keine spezifischen Fallen für Vespa velutina. Die üblichen Lockfallen fangen wahllos, was fliegt: Bienen, Wespen, Hummeln, geschützte Insektenarten. Der ökologische Schaden überwiegt jeden Nutzen bei weitem. Also: Hände weg! Das Vernichten von Nestern ist die wirksamste Bekämpfungsmethode und liegt in der Verantwortung der Kantone. Eine vollständige Elimination der Art ist nicht möglich — das Ziel ist Populationsmanagement: Ausbreitung verlangsamen, Nestdichte lokal senken. Entscheidend ist die rasche Meldung von Sichtungen mit Foto oder Video über www.asiatischehornisse.ch. Fachpersonen übernehmen die Nestentfernung. Im Wald sind Biozide seit Herbst 2025 unter bestimmten Bedingungen zugelassen — die rechtlichen Grundlagen befinden sich noch in Entwicklung.

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