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Amerikanischer Ochsenfrosch
Lithobates catesbeianus

Sein Ruf klingt tatsächlich wie das Brüllen eines Ochsen — weithin hörbar, unübersehbar präsent. Der Amerikanische Ochsenfrosch ist der grösste Frosch Nordamerikas und einer der 100 gefährlichsten invasiven Organismen weltweit laut IUCN. In der Schweiz gibt es bislang nur einzelne, unbestätigte Beobachtungen — doch unmittelbar nördlich der Grenze, am Hochrhein bei Karlsruhe, existieren seit Jahrzehnten etablierte Populationen. Die Schweiz hat ihn deshalb präventiv in die Freisetzungsverordnung aufgenommen. Die Bedrohung ist real und geografisch nah.

Lithobates catesbeianus gehört zur Familie der Echten Frösche (Ranidae) und stammt aus dem Osten Nordamerikas. Mit bis zu 20 cm Körperlänge und einem Gewicht von bis zu 800 g übertrifft er alle einheimischen Amphibienarten bei Weitem. Die Haut ist olivgrün bis braun, oft dunkel gefleckt, der Bauch weisslich-gelblich. Männchen lassen sich am auffällig grossen, kreisrunden Trommelfell hinter dem Auge erkennen, das deutlich grösser ist als das Auge selbst. Die Art ist ausgeprägt territorial und langlebig. Ihre Kaulquappen entwickeln sich ungewöhnlich langsam — bis zu drei Jahre bis zur Metamorphose. Die Bekämpfung wird so erheblich erschwert.

Weltweit wurde der Ochsenfrosch ursprünglich für die Froschschenkelproduktion und als Terrarientier eingeführt und in der Folge in über 40 Ländern invasiv. In Europa sind Frankreich, Italien, Belgien und Deutschland am stärksten betroffen. Am Hochrhein bei Karlsruhe — keine 50 km von der Schweizer Grenze entfernt — ist die Art seit den 1990er-Jahren etabliert und wird aktiv bekämpft. In der Schweiz selbst sind bislang keine gesicherten Populationen bekannt. Das Risiko einer Einschleppung über den Rhein oder durch illegales Aussetzen bleibt aber aktuell.

Der Ochsenfrosch ist ein Generalist-Prädator mit enormem Appetit: Er frisst Amphibien aller einheimischen Arten, Wasserinsekten, Kleinfische, Schnecken, Küken von Wasservögeln und sogar Kleinsäuger. Besonders kritisch: Er ist nachgewiesener Überträger des Chytridpilzes Batrachochytrium dendrobatidis — jenem Erreger, der weltweit für das Massensterben von Amphibien mitverantwortlich ist. Eine Einschleppung in Schweizer Gewässer wäre für die ohnehin gefährdete einheimische Amphibienfauna — Laubfrosch, Gelbbauchunke, Kammmolch — ein ernsthaftes Risiko.

Haltung, Handel und Freilassung des Amerikanischen Ochsenfrosches sind in der Schweiz seit 2008 und EU-weit seit 2016 verboten. Wer ein rufendes Tier oder eine verdächtige Beobachtung macht — besonders entlang des Hochrheins — meldet dies sofort dem kantonalen Amt für Umwelt oder über InfoSpecies. Frühzeitiges Handeln ist entscheidend: In Deutschland hat die Erfahrung gezeigt, dass etablierte Populationen kaum mehr zu eliminieren sind. Kaulquappen sind schwer zu entfernen, adulte Tiere werden abgeschossen. Prävention ist die einzig wirksame Strategie.

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