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Kirschessigfliege
Pacifastacus leniusculus

Winzig, anpassungsfähig und für den Schweizer Obst- und Weinbau ein ernstes wirtschaftliches Problem: Die Kirschessigfliege ist seit 2011 in der ganzen Schweiz nachgewiesen und hat sich seither flächendeckend etabliert. Was sie von einheimischen Essigfliegen grundlegend unterscheidet, ist eine einzigartige anatomische Eigenschaft der Weibchen: ein kräftiger, gezähnter Legebohrer, mit dem sie auch gesunde, reifende Früchte direkt am Baum oder Strauch anstechen können. Einheimische Drosophila-Arten sind dazu nicht in der Lage und befallen ausschliesslich überreifes oder faulendes Obst. Für den Menschen ist die Kirschessigfliege harmlos — für Beerenbauern, Kirschproduzenten und Winzerinnen hingegen kann sie existenzbedrohlich werden.

 

Pacifastacus leniusculus stammt aus dem westlichen Nordamerika — ursprünglich aus den Flüssen und Seen der Pazifikküste, von Britisch-Kolumbien bis Kalifornien. Er erreicht eine Körperlänge von bis zu 16 cm, sein Körper ist bräunlich bis olivgrün gefärbt, die Scheren mit einem charakteristischen weissen oder hellblauen Fleck an der Scherengelenk-Innenseite — daher der Name «Signalkrebs». Die Art ist ausgesprochen robust: Sie erträgt starke Strömungen, niedrige Wassertemperaturen und besiedelt sowohl Still- als auch Fliessgewässer. Durch aktive Wanderung kann sie benachbarte Gewässersysteme eigenständig erreichen — was ihre Ausbreitung erheblich begünstigt

Nach Europa gelangte der Signalkrebs in den 1960er- und 1970er-Jahren, zunächst über Schweden, wo er als Ersatz für den durch die Krebspest dezimierten Edelkrebs eingesetzt wurde. In der Schweiz ist er heute in zahlreichen Flüssen und Seen des Mittellands nachgewiesen — darunter Rhein, Aare, Thur und ihre Zuflüsse. Die Art ist in der EU seit 2016 als invasiver Organismus gelistet: Handel, Haltung und Transport sind verboten. Dennoch besteht die Gefahr weiterer Einschleppungen durch illegales Aussetzen oder die Verschleppung über Angelgeräte und Boote.

Der Signalkrebs ist Träger des Krebspest-Erregers Aphanomyces astaci — ohne selbst zu erkranken. Für einheimische Arten wie den Edelkrebs, den Steinkrebs und den Dohlenkrebs ist eine Infektion nahezu immer tödlich. Neben dieser direkten Bedrohung konkurriert er mit einheimischen Krebsen und Amphibien um Nahrung und Lebensraum, dezimiert Wasserpflanzen und destabilisiert durch seine Grabaktivität Uferböschungen. In befallenen Gewässern verdrängt er einheimische Flusskrebse vollständig — eine Koexistenz ist praktisch ausgeschlossen.

Haltung, Handel und Freilassung des Signalkrebses sind in der Schweiz und der EU strikt verboten. Wer die Art in Gewässern entdeckt, sollte dies umgehend dem kantonalen Fischereiamt oder der Fachstelle Neobiota melden. Eine vollständige Eliminierung aus befallenen Gewässern ist technisch aufwändig und selten erfolgreich — entscheidend ist deshalb die Verhinderung weiterer Ausbreitung. Besonders gefährdete einheimische Krebspopulationen werden durch Krebssperren in Bachläufen geschützt, die ein Einwandern verhindern sollen. Funde bitte über die InvasivApp melden

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